ADAC – kostenlose Fahrzeugbewertung im Test

Das Preistool von adac.de mit unserem Testfahrzeug untersucht:

Mit stolzen 4.200 Euro Händlerverkaufspreis schießt der ADAC in diesem Test den Vogel ab. Etwas Geduld muss man schon mitbringen, wenn man den Service der Wertermittlung seines Gebrauchtwagens nutzen möchte. Das Feature versteckt sich nämlich, ohne einen direkten Hinweis auf der Startseite des Automobilclubs, im Menü „Info, Test + Rat“. Von dort ist der Menüpunkt „Gebrauchtwagen“ immer noch einen Klick entfernt.
Angekommen, stellt man fest: Ohne ADAC-Mitgliedschaft geht gar nichts, die Berechnung ist nämlich exklusiv nur für die Inhaber einer ADAC-Clubkarte möglich. An diesem Punkt heißt es zunächst: Registrieren bitte oder bei „MyADAC“: Einloggen mit den persönlichen Daten! Zurück bei der Eingabemaske geht alles sehr schnell und per Mausklick. Dann die Überraschung: Der oben erwähnte Händlerverkaufspreis stammt aus den Datenbanken der „Deutschen Automobil Treuhand“ (DAT) und liegt um fast 1.000 Euro höher als das Ergebnis des DAT-Testes (3.232 Euro).
Wie die nicht unerhebliche Differenz zustande kommt, bleibt ein Rätsel. Zumal die DAT-Berechnung sogar von 112.000 „Bezugskilometern“ ausgeht, die tatsächliche Laufleistung (93.500 Kilometer) aber mit einem Aufschlag von 5,92 Prozent wertet. Ein angeblich fehlendes Automatikgetriebe – Maskeneingabe: 5-Gang-Schaltgetriebe! – führte bei der Preisberechnung zu einem Abschlag von stolzen sechs Prozent. Für Erstaunen hingegen sorgte dann letztendlich das gar nicht angegebene Glasschiebedach. DAT wertete dieses nicht vorhandene Ausstattungsdetail mit einem Plus von drei Prozent.
Ein erstklassiges Feature aber ist der auf den Fabia bezogene „ADAC Gebrauchtwagentest“ inklusive der Pannen- und Mängelstatistik. Bessere Verkaufsargumente dürfte man kaum finden. Hier zeigt sich eine Stärke des ADAC, auch wenn lediglich Autos der letzten zehn Jahre bewertet werden.
Das Fazit für diesen Test reicht leider nur für eine Note zwischen „gut und befriedigend“.

Der ADAC – Aushängeschild der Mobilität

Trotz aller negativen Schlagzeilen der jüngsten Vergangenheit, ist und bleibt der ADAC seiner Rolle als führender Automobilclub in Deutschland treu. Der Club steht für die „Wahrnehmung und Förderung des Kraftfahrwesens, des Motorsports und des Tourismus“. So steht es in den Vereinsstatuten und so wird es auch in Zukunft sein. Auch die „Gelben Engel“ – eine Paradedisziplin der Münchner – werden aus dem Landschaftsbild der bundesdeutschen Straßen nicht verschwinden, die größte Flotte an Rettungshubschraubern wird auch weiterhin zehntausende Einsätze pro Jahr fliegen.

Freie Fahrt für freie Bürger

1911 als Motoradfahrer-Vereinigung gegründet, avancierte der ADAC nach dem Zweiten Weltkrieg zum „lautstarken“ Sprachrohr aller Autofahrer. Legendär war die Forderung nach einem autofreien Sonntag oder etwa der Aufruf „Freie Fahrt für freie Bürger“. Die Ölkrise war damals das Tagesgespräch schlechthin. Der „Auto-darf-alles-Club“ war eine Erfindung des Umweltvereins „Robin Wood“ und entsprach dem damaligen Zeitgeist, in der man sich an Tempo 100 auf den Landstraßen der Republik allmählich gewöhnen sollte. Kritik jedenfalls musste der ADAC in seiner wechselvollen Geschichte immer einstecken.

Informationsflut im Sinne des Straßenverkehrs

Lässt man die Kritik an Führungsgremien, die Diskussionen um den ADAC-Vereinsstatus oder die Manipulationen verschiedener Branchen-Events unter der Ägide des Clubs einmal beiseite, bestimmt sich der ADAC aber nach wie vor als Garant für eine Flut an Informationen, die dem Autofahrer das Leben erleichtern. Autos werden ausführlich getestet und vorgestellt, die ADAC-Pannenstatistik ist eine Fundgrube für Käufer und Verkäufer, der Ratgeber Verkehr löst Fragen rund um die Mobilität und auch wer sich über Autodaten und Autokosten informieren möchte, wird fündig werden. In Sachen Umweltschutz und neue Technologien darf dem Autoclub eine Führungsrolle bescheinigt werden und es kommt nicht von ungefähr, dass die mediale Präsenz mit Auflagen in Millionenhöhe noch immer seine treuen Leser erreicht.

Service rund um Gebrauchtfahrzeuge

Die Kooperation zwischen ADAC und DAT zur Schätzung des Marktpreises eines Gebrauchtwagens mag angesichts der dem Club zur Verfügung stehenden Datenflut, in vielen Jahrzehnten zusammengetragen, fraglich erscheinen. Gleichzeitig werden die ADAC-eigenen Prüfzentren zur Erstellung von Gutachten empfohlen. Ansonsten aber darf das Informationsangebot zum Thema „Verkauf und Kauf“ gebrauchter Autos nahezu als mustergültig gelten. Die Nutzung sämtlicher Features ist zwar ausschließlich registrierten ADAC-Mitgliedern vorbehalten. Allerdings werden auch Nichtmitglieder angesichts der vielen Tipps, Anregungen und detailliert beschriebenen Lösungen zufrieden sein.
Musterverträge und rechtliche Hinweise lassen sich ebenso downloaden wie die Erklärung der gebräuchlichen Abkürzungen für Angebotsinserate oder zum Vorgehen „Altes Auto – Wohin damit?“ Sehr empfehlenswert ist zudem das vom ADAC initiierte Special „Augen auf beim Autokauf“ oder etwa das Mängelforum inklusive dem Austausch mit anderen Usern. Schade, dass die Rechtsberatung wiederrum nur den ADAC-Mitgliedern vorbehalten ist. Am Ende dürfen dem Automobilclub aber deutlich mehr positive Empfehlungen zugesprochen werden, als es die politische Unternehmenslage vermuten ließe.

Screenshot: adac.de

Screenshot: adac.de

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