Gebrauchtwagen verkaufen und kaufen

Der Gebrauchtwagenhandel boomt, das Internet beflügelt den Trend zum häufigeren Autowechsel, unter anderem durch die Möglichkeit der schnellen Suche in entsprechenden www-Portalen. Die Haltezeiten des aktuellen Gebrauchtwagens werden immer kürzer, der Wunsch nach dem nächsten Auto wird durch das breite Marktangebot noch mehr angeheizt. Besonders auffallend ist die Gruppe der 18- bis 29-jährigen Autofahrer, ihr Anteil am Fahrzeugwechsel beträgt stolze 15 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg sorgt die weitgehend unkomplizierte Recherche nach dem passenden Fahrzeug für eine wesentlich schnelle Kaufentscheidung, die Zeitspanne liegt lediglich zwischen einer Woche und einem Monat. (Quelle: TNS Infratest, 2012)

fahrzeugzulassung

Neben dem Internet, den Fahrzeugbestand schätzen Experten auf über eine Million Angebote, bieten sich aber noch weitere Kaufplätze an, wenn es um den Traumwagen geht:

  • Tageszeitung: Der Anteil der Kleinanzeigen geht dank Internet kontinuierlich zurück. Ein Vorteil ist allerdings die zumeist regionale Nähe des Anbieters.
  • Internetversteigerung: Hier lassen sich zwar Schnäppchen realisieren. Und doch gilt der Kauf per Mausklick, nicht aussagefähigen Fotos und meist ohne vorherige Besichtigungsmöglichkeit, als riskant.
  • Regionale Automärkte: Oftmals nur Angebote im Niedrigpreis-Bereich. Privatverkäufer sind i.d.R. in der Minderzahl. Zur Begutachtung empfiehlt sich die Mitnahme eines technisch versierten Fachmanns.
  • Jahreswagen/Werksangehörige: Meist hohes Preisniveau, Top-Zustand der Fahrzeuge, aber begrenztes Angebot auf inländische Autohersteller.
  • Händler vor Ort: Gute Erreichbarkeit, aber begrenzte Angebotspalette. Das Risiko, auf Ladenhüter zu stoßen, die gar nicht mehr inseriert werden, ist groß.

Fahrzeugbesichtigung und Probefahrt nicht ohne Begleitung

Lassen Sie sich beim Kauf eines Gebrauchtwagens grundsätzlich nicht unter Zeitdruck setzen. Nehmen Sie zur Fahrzeugbesichtigung nach Möglichkeit immer eine Begleitperson sowie eine Checkliste mit, an Hand der Sie den Wagen Punkt für Punkt prüfen. Verlassen Sie sich nicht nur auf Aussagen des Verkäufers, schauen Sie stattdessen ganz genau hin, stellen Sie Fragen. Wer die Spielregeln beherrscht, kann sich später so manche negative Überraschung ersparen. Auf diese Punkte sollten Sie unbedingt achten:

  • Denken Sie daran, dass das Preisniveau bei einem Händler auf Grund der ihm obliegenden Vorschriften hinsichtlich Sachmängelhaftung, Steuerlast und Gewinn höher ausfällt als beim Verkauf eines Fahrzeuges „Privat an Privat“. Versuchen Sie sich bereits im Vorfeld ein Bild des Händlers zu machen. Seriöse Verkäufer haben nichts zu verbergen, sie minimieren das Risiko durch eine professionelle Abwicklung. Wählen Sie möglichst einen Autohändler, der seine Mitgliedschaft im „Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V.“, kurz ZDK, nachweisen kann. Diese Händler halten sich bei späteren Unstimmigkeiten u.a. an die Entscheidungen einer Schiedstelle.
  • Achten Sie auf schriftlich festgehaltene Zusicherungen, etwa „Das Fahrzeug ist werkstattüberprüft und unfallfrei“, oder „Inspektion bei Kilometerstand xy durchgeführt“.
  • Bestehen Sie beim Kaufvertrag auf den Anhang einer festgestellten Mängelliste ohne Pauschalangaben wie „Technik ok“ o.ä.
  • Prüfen Sie, ob die Angaben im Inserat mit den vor Ort erklärten Aussagen des Verkäufers übereinstimmen. Wenn möglich, lassen Sie Ihren Kaufvertrag vor Leistung der Unterschrift durch eine unabhängige Person nochmals genau nachlesen.

Finger weg beim Versuch, die Sachmängelhaftung auszuschließen

Jeder Versuch eines Händlers, die sog. Sachmängelhaftung zu umgehen, sollte Sie dazu veranlassen, von einem Kauf des Fahrzeugs Abstand zu nehmen. Hinweise auf diese Vorgehensweise des „Profis“ könnten folgende Formulierungen sein:

  • Verkauf als sog. „Bastlerauto“, obwohl das Fahrzeug als für den Verkehr zugelassen und preislich hochwertig angeboten wurde.
  • Deklaration als Schrottwagen, trotz gegenteiliger Zustandserfassung.
  • Der Käufer ist Kaufmann im Sinne des HGB. Mit dieser Formulierung lässt sich Haftung zwischen Unternehmen und Unternehmer nämlich umgehen! Das gleiche gilt, wenn der Händler einen Privatmann als Verkäufer „vorschiebt“.

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