Egänzender Branchenbericht 2013

Kfz-Gewerbe mit dem Geschäftsverlauf 2013 zufrieden

Beim Rückblick auf das Jahr 2013 bestätigt sich der prognostizierte Trend, nach dem das Geschäft mit Neuwagen nicht nur stagnierte, sondern rückläufig war. Positive Signale hingegen setzte wiederholt der Gebrauchtwagenhandel, aber auch die Servicebetriebe zeigten sich mit der Jahresbilanz zufrieden, diese beiden Branchenbereiche konnten einmal mehr wieder gestiegene Umsätze vermelden. Am Ende des Jahres sorgte das Kfz-Gewerbe mit einem Gesamtumsatz von 138,6 Milliarden Euro für ein fast gleiches Ergebnis wie im Jahr 2012, das mit einem Volumen von 138,5 Milliarden Euro abgeschlossen wurde.

Rückläufige Neuwagengeschäfte

Die Neuwagenhändler hinken dem Erfolg hinterher und mussten 2013 ein Branchen-Minus von 4,6 Prozent hinnehmen. Ihre Umsätze sanken von 54,6 Milliarden Euro (2012) auf nur noch 52 Milliarden Euro, obwohl das Gewerbe bei den Hersteller- und herstellerinduzierten Zulassungen mit einem Plus von 29,7 Prozent ein neues Höchstniveau erreichten. Im Durchschnitt erzielten die Händler eine Rendite von rund 1,3 Prozent, bekamen aber den weiter zunehmenden Druck des Internethandels zu spüren. Auch wenn der Rückgang mit 0,1 Prozent zum Jahr 2012 nur marginal ausfiel, scheinen sich die stationären Betriebe auch künftig auf einen aggressiven Preiskampf einstellen zu müssen.

Gebrauchtwagenhandel im Aufwind

Branchenexperten konnte das Jahresergebnis nur wenig überraschen, ihre Prognosen zum Gebrauchtwagenhandel wurden bestätigt. Die Umsätze stiegen von 44,2 Milliarden Euro (2012) auf 46,1 Milliarden Euro. Damit war ein deutliches Plus von 4,2 Prozent zu verzeichnen, wobei die Servicebereiche nicht einmal eingerechnet sind. Deren Umsätze summierten sich auf 30,9 Milliarden Euro (+ 2,3 Prozent) über dem Ergebnis von 2012 mit 30,2 Milliarden Euro. Trotzdem gab es einige lange Gesichter, denn obwohl sich die Bruttogewinne stabil zeigten, konnten die Händler mit ihren Gewinnmargen nicht zufrieden sein. Insider schauen neidisch über den großen Teich. In den USA erzielten die Kollegen im Jahresdurchschnitt nämlich „Traumrenditen“ von 2,5 Prozent. Tendenz: steigend.
Optimistische Aussichten auf 2014
„Daumen hoch“, heißt es für die Branche, wenn es um die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres 2014 geht. Man sei optimistisch, lassen die Unternehmen unisono vermelden und bezieht sich dabei auf die konjunkturbedingten und wirtschaftlich positiven Rahmenbedingungen in Deutschland. Zu erwarten sei ein Anstieg im Neuwagengeschäft auf rund drei Millionen verkaufte Autos, im Gebrauchtwagenhandel rechne man aber eher mit Ergebnissen auf dem Niveau von 2013.
An den künftigen Ergebnissen arbeiten bundesweit laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rund 38.500 Betriebe mit insgesamt rund 460.000 Mitarbeitern. Von dieser Zahl seien 17.500 Betriebe an ein bestimmtes Autofabrikat gebunden, die restlichen 21.000 Unternehmen seien den sog. freien Werkstätten zuzuordnen.

Internet-Handel baut Führungsanspruch weiter aus

Die Zahl der Autoverkäufer und –käufer, die ihren Neu- oder Gebrauchtwagen ausschließlich im Internet anbieten, suchen und kaufen, wächst beständig an. Haben die traditionellen, stationären Händler bei dieser Entwicklung das Nachsehen? Nicht ganz, denn auch diese Gewerbetreibenden nutzen alle Chancen, ihre Umsätze über Internet-Angebote anzukurbeln. Rund 40.000 Neuwagen kommen so an den Kunden, in den kommenden Jahren dürften sich die erfolgreichen Absatzbemühungen aber deutlich nach oben entwickeln. Wobei es nicht ausschließlich an den höheren Rabatten liegen kann, auf die die Kundschaft beim online-Händler setzt. Die Großen der Branche, allen voran etwa die Portale von mobile.de, AutoScout24, auto.de u.v.m, werden dem zunehmenden Druck des aggressiven Wettbewerbs standhalten und ihre Führungsrolle weiter ausbauen. Schon jetzt drängen immer mehr Internet-Händler mit ihren Angeboten ins europäische Ausland, erschließen sich auch jenseits der deutschen Grenzen neue Kundenkreise. Und doch wartet auf die Profis noch eine Menge Entwicklungsarbeit.

Service, nichts als Service ist gefragt

Die Ansprüche der Kunden steigen mit den Angeboten. Auch im Internet scheint sich das Wort von der „Servicewüste“ noch immer zu halten. Beim autos-blog.de-Test fiel beispielsweise negativ auf, dass so gut wie keines der beteiligten Unternehmen sich um den direkten Kontakte zum Interessenten oder Kunden bemüht. Live-Chats, die nur ein probates Kommunikationsmittel sein könnten, sucht man vergebens. Auch bei den Autobewertungen, bis auf wenige Ausnahmen kostenlos angeboten, gäbe es Nachholbedarf in Sachen Transparenz und der Möglichkeit zum Eintrag von Detailangaben zum Auto. Die Datenbank-Lösungen mögen zwar durch die Bank hindurch komplett sein. Aber alleine mit Angaben zum Wagentyp, der Erstzulassung und der gelaufenen Kilometer alleine kann eine marktkonforme Preisberechnung nicht gutgehen.
Dass die Internetanbieter einer umfassenden Bewertung aus dem Weg zu gehen scheinen, liegt am durchgängigen Prinzip, die Berechnung durch Kooperationspartner durchführen zu lassen. Selbst der ADAC, der über Jahrzehnte hinweg sämtliche Marktentwicklungen beobachtet, aufbereitet und erfasst, geht bei der kostenlosen Schätzung eines Gebrauchtwagenpreises den Weg über den DAT. Würden User als Vorbereitung ihrer Verkaufsabsicht einen ähnlichen Testlauf machen, wäre auch ihr Erstaunen darüber groß, wie unterschiedlich z.B. die DAT-Ergebnisse ausfallen. Eine bessere Lösung war nur bei autofokus24.de auszumachen. Hier unterteilte sich das Wertungsergebnis in einen Händlereinkaufspreis und in ein Angebot für den Gebrauchtwagenverkauf „Privat an Privat“.
Aus dem Rahmen fielen die Portale schwacke.de und AutoScout24. Beide Unternehmen agieren kundennah und punkten mit dem einfachen und klar strukturierten Handling ihrer Internet-Präsenzen. Und auch die Servicebereiche sind weitgehend ohne Fehl und Tadel. „Man fühlt sich als Kunde ernst genommen“, fasste der autos-blog.de-Tester seine Meinung zu diesen Unternehmen zusammen und vergab mit bestem Gewissen die Note „sehr gut“.

Kostenlos ist nicht gleich kostenlos

Das wirtschaftlich orientierte Unternehmen nicht ausschließlich von kostenlosen Angeboten leben (können), ist im Grunde legitim. Am Beispiel Schwacke, noch immer als Branchenprimus der Autobewertung für Gebrauchtwagen betitelt, kam sehr schnell das gute Gefühl, der Preis von 7,90 Euro für die Preisermittlung sei gut angelegt. Gute und nachvollziehbare Informationen zu dieser Thematik machten die Entscheidung leichter. Bei „wirkaufendeinauto.de“ wandelte sich das Bild. Zwar gibt es eine kostenlose Bewertung, im Vordergrund aber steht der Versuch des Unternehmens, den potentiellen Kunden möglichst schnell in einer der vielen Filialen zu locken, um seinen Wagen dort von Pofis bewerten zu lassen. Und dann dürfte sich das „kostenlos“ höchstwahrscheinlich in ein „Zur Kasse, bitte“ wandeln. Schlusslicht des Testlaufs aber war der TÜV-Nord. Warum sich die kostenlose DAT-Schätzung so weit in den Tiefen der Homepage befinden muss, kann kaum nachvollzogen werden. Beworben wird stattdessen lieber das Angebot, den Gebrauchten doch einem der Fachleute in der TÜV-Niederlassung vorzustellen. Auf der Rechnung tauchen dann bis zu 89 Euro auf, je nachdem, für welche Untersuchungsart der Kunde sich entscheidet. Da helfen auch die zahlreichen und gut aufgebauten Informationsseiten nicht mehr so recht weiter.

Kommentieren des Beitrags Egänzender Branchenbericht 2013