Autowertschätzung kostenlos

Niemand, weder der Verkäufer, noch der Käufer eines Gebrauchtwagens, geht unvorbereitet in die entscheidende Preisverhandlung. Und niemand wird bestreiten, dass dabei das passende Preis- Leistungsverhältnis über den Erfolg entscheidet. In aller Regel wird der Verkäufer zuvor sein Auto schätzen lassen, um sich ein Bild über den Preis zu machen, den er gerne durchsetzen würde. Den umgekehrten Weg wird aber auch der potentielle Käufer gehen, der ein berechtigtes Interesse daran hat, sein neues Fahrzeug nicht über dessen Marktwert zu erwerben.
Doch welche Kriterien spielen bei einer Autowertschätzung kostenlos eigentlich eine Rolle? Der Verband „Markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF)“ hat dazu Standards entwickelt, die seit 2001 Gültigkeit besitzen und unter dem Begriff „Faire Fahrzeugbewertung“ im Bereich von Leasingrücknahmen angeboten werden. Gemäß dem VMF-Standard sind es neun Kriterien, die beim Auto schätzen berücksichtigt werden:

  • Bereifung
  • Felgen
  • Lack
  • Karosserie
  • Verglasung
  • Innenraum
  • Ein- und Ausbauten
  • Fahrzeugzubehör sowie
  • Technik

Damit sind zunächst alle Baugruppen eines Autos erfasst und können somit zum Beispiel durch die Unterteilung in akzeptierte und nicht akzeptierte Auffälligkeiten oder Schäden dokumentiert, berechnet und in die Ergebnisschätzung implementiert werden.

Grundlagen Autowertschätzung kostenlos

Positiv zu beurteilen wären etwa Reifen, die vom Hersteller für das Fahrzeug vorgesehen und zugelassen sind. Die Mindestprofiltiefe, also 2 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen, wären naturgemäß grenzwertig, mindern u.U. also den Gesamtwert. Weisen die Reifen dann noch Beschädigungen wie Risse, Beulen oder Auswaschungen auf, werden sich solche Schäden kaum auf der Habenseite verbuchen lassen.
Zu Folgeschäden, und damit auch zu unerwünschten Kosten für den Käufer, führen durch Steinschlag verursachte Risse in der Windschutzscheibe oder den Scheinwerfern. Auch solche Tatsachen wären bei einer Wertschätzung zu berücksichtigen und wirken sich auf den Endpreis negativ aus. Je nach Alter des Fahrzeuges allerdings muss der Käufer eines Gebrauchtwagens aber mit Abfärbungen im Innenraum rechnen und diese im Grunde genommen akzeptieren. Durch die Sonneneinstrahlung beispielsweise kann es zu Ausbleichungen der Sitzpolster oder Abrieb auf den Sitzwangen kommen. Eine nicht angemessene, durchgesessene Sitzpolsterung dürfte jedoch zur Preisminderung führen.

Oftmals zu niedrig ausfallende Preisermittlungen

Den Wert für das Auto schätzen zu lassen, ist im Zeitalter des Internets kein allzu großes Problem, die meisten Dienstleister in diesem Segment bieten sogar an, die Autowertschätzung kostenlos durchzuführen. Diese Versprechen klingen auf den ersten Blick sehr verlockend, gäbe es da nicht den Begriff der Transparenz zu klären. Oftmals sind es Kriterien wie der Fahrzeugzustand, ein Satz Winterreifen oder auch die Zahl der Vorbesitzer, die bei der Preisschätzung unberücksichtigt bleiben. Das Resultat folgt der Logik – der ermittelte Verkaufspreis entspricht kaum dem tatsächlichen Marktwert des Fahrzeugs.

Problem erkannt, Problem gebannt?

Selbst mehrere vom Verkäufer durchgeführte Bewertungen bei diversen Anbietern ergeben nicht unbedingt befriedigende Ergebnisse. Auch jetzt muss wieder die Logik bemüht werden. Ein Bewertungsportal, das sich gleichzeitig als Ankäufer oder Vermittler des Wagens vorstellt, kann nur ein Interesse daran haben, einen möglichst niedrigen Einstiegspreis zu ermitteln. Ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma wäre der Vergleich aller Ergebnisse, die am Ende zu einem gebildeten Durchschnittspreis führen, an dem sich der Verkäufer in Verhandlungen mit potentiellen Käufern orientiert. Eine Garantie jedoch, den ursprünglich angesetzten Verkaufspreis auch tatsächlich zu erzielen, kann niemand abgeben, Wunschdenken und Realität passen bei dieser Thematik meist nicht zusammen.

Fazit:

Ein Auto schätzen zu lassen, ist für etliche Autobesitzer eher ein Buch mit sieben Siegeln. Daran ändern auch die kostenlosen Angebote der meisten Dienstleister kaum etwas. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich dennoch, um aus den einzelnen Ergebnissen einen durchschnittlichen Verkaufspreis zu errechnen, der dann als Verhandlungsgrundlage bei Verkaufsgesprächen dienen kann. Als mögliche Alternative könnte das Fahrzeug auch von einem unabhängigen Kfz.-Gutachter bewertet werden, allerdings ist diese Leistung mit Kosten verbunden, der Aufwand dürfte sich i.d.R. also nur für hochwertige, neuere Fahrzeuge lohnen.

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